Usability-Sprung: von Wiki zu TYPO3
Der Kunde: Bundesinstitut für Risikobewertung
Unser Auftrag: Umbau einer bestehenden Seite auf TYPO3, dabei Verbesserung der Usability für Nutzer und Redakteure
Start: März 2025
Wer ist das Bundesinstitut für Risikobewertung?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich Einrichtung und gehört zum Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Das Institut berät Bundesregierung und Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit und weiteren Feldern. Unter anderem gibt das BfR ein internationales Nachschlagewerk ("Almanach") heraus, in dem alle europäischen Behörden und Institute verzeichnet sind, die in diesem Feld arbeiten. Ziel ist es, dieses Nachschlagewerk auf die ganze Welt auszudehnen.
Die Ausgangs-Situation
Im Frontend
Zu Beginn unseres Auftrags war der Almanach im Design von Wikipedia im Netz aufrufbar. Das Design war kein Zufall, sondern entstand, weil im Hintergrund dieselbe Software genutzt wurde, mit der auch Wikipedia betrieben wird.
Für die Nutzer ergab sich daraus ein brauchbarer, aber ein wenig trocken wirkender Look. Alle notwendigen Informationen waren vorhanden, manche sogar in mehreren Sprachen.
Doch das Erschließen der Informationen war mühsam. Über die Anzeige des Inhalts hinaus bot die Seite keine Funktionalitäten: Keine Schaltflächen, keine sinnvolle Suche. Auch ein Organigramm, das jeder Seite voran gestellt war, reagierte nicht auf Klicks - anders als man es inzwischen erwartet.
Im Backend
Noch schwieriger gestaltete sich die Situation für die Redakteure, die den Inhalt der Seite pflegen sollten. Sie waren gezwungen, kryptische Kürzel und Sonderzeichen einzugeben, die durch die Wiki-Software entsprechend interpretiert werden.
So gab es insgesamt nur zwei Redakteure, die das nötige Wissen dazu hatten. Um das Nachschlagewerk auf weitere Kontinente zu erweitern, war es daher unumgänglich, den Zugriff für die Redakteure radikal zu vereinfachen. Schließlich sollen in naher Zukunft Redakteure aus allen Teilen der Welt damit arbeiten können - die Bedienung soll so einfach wie möglich sein.
Usability-Konzept und Design
Im Auftaktgespräch und in der anschließenden Konzeptionsphase identifizierten wir zusammen mit unseren Auftraggebern die wichtigsten User-Stories:
- Nutzer suchen oft nach Instituten, die für bestimmte Unterbereiche (Topics) zuständig sind. Das soll auf einfache Weise möglich sein.
- Nutzer sollen ein Suchfeld vorfinden, mit dem sie den Volltext durchsuchen können.
- Wenn es neben der englischen weitere Sprachversionen der Seite gibt, sollen diese leicht zu erreichen sein.
- Die Nutzererfahrung soll modern und besser geliedert sein als bisher
- Redakteure sollen eine einfach zu bedienende Oberfläche vorfinden, die Fehler möglichst ausschießt
- Wenn ein Land inzukommt, soll die entsprechende Seite angelegt werden können und unter Ausschluss der Öffentlichkeit bearbeitet und vervollständigt werden können.
TYPO3-Seite mit einfacher Nutzerführung
Im Frontend
Für den Nutzer der Website haben wir das Design aufgeräumt und übersichtlicher gemacht. Über mehrere unterschiedliche Suchansätze kann der User den Inhalt erschließen:
- eine seitliche Navigation nach Topics gestattet es, die passenden Institute im aktuellen Land auszufiltern.
- eine zweite seitliche Navigation gestattet das direkte Ansteuern von Instituten und Textabschnitten.
- Im Kopfbereich der Seite sind alle anderen Länder mit ihren jeweiligen Sprachübersetzungen zugänglich.
- Ganz oben kann die bestehende Seite in andere Sprachen umgeschaltet werden (hier: deutsch und englisch)
- Das Organigramm ganz am Anfang der Seite ist klickbar und führt sofort auf die verlinkten Institute
Zusätzlich ist der Name jedes Instituts in jener Sprache zusätzlich eingeblendet, die Grundlage der Abkürzung ist. (Meist die Heimatsprache des Instituts oder Englisch).
Durch geeignete vertikale Gliederung wurde die Seite besser strukturiert und leichter lesbar gemacht.
Im Backend
Deutlicher noch als im Frontend sind die Veränderungen im Backend. Anders als bei die Wikimedia-Software kann das Backend von TYPO3 so zugeschnitten werden, dass Redakteure eine vollständig angepasste Arbeitsumgebung vorfinden. Hier sind genau jene Dinge zu sehen, die sie benötigen - und nicht mehr. So wird das Arbeiten im Backend zum Kinderspiel.
Wir haben hier den Zugriff für die Redakteure auf jeweils ihr eigenes Land beschränkt.
Bei der Bearbeitung der Institute sehen die Redakteure jeweils nur die passenden Felder, die sich 1:1 in das Frontend abbilden. So ist jederzeit klar, welche Eigenschaften der Redakteur gerade ausfüllt.
Auch die Topics zu einem Institut müssen nicht mehr als kryptische Zeichenketten eingegeben werden, sondern können einfach per Klick aus einer vorgefertigten Liste ausgewählt werden. Fehl-Konfigurationen sind auf diese Weise komplett ausgeschlossen.
Wird ein ganzes Land neu angelegt, so nutzen wir die “Workspaces” von TYPO3: Der Redakteur arbeitet in einer nicht öffentlich sichtbaren Version der Webseite und kann dort in aller Ruhe seine Texte anlegen, das Ergebnis kontrollieren und sich mit anderen Verantwortlichen absprechen. Erst wenn die Informationen vollständig und geprüft sind, werden sie von den Administratoren der Seite frei geschaltet. So ist ein gutes Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Freiheit gewährleistet.
Von Wiki zu TYPO3: was hat es gebracht?
Zusammenfassend kann man feststellen, dass alle Seiten über die TYPO3 Entwicklung und den Umstieg auf ein leistungsfähiges CMS sehr zufrieden sind:
- Die User geben positives Feedback, weil die Bedienung viel übersichtlicher geworden ist.
- Die Redakteure sind zufrieden, weil sie kein Spezialwissen mehr benötigen.
- Die Auftraggeber sind zufrieden, weil die geplante Schulung der Redakteure entfallen kann.
- Und wir sind zufrieden, weil es Spaß macht, eine Seite so deutlich zu verbessern.
Kontaktieren Sie uns
Die Nutzerführung einer bestehenden Seite zu verbessern ist einfacher als Sie vielleicht denken. Die hohe Anpassbarkeit von TYPO3 gestattet es, eine vollkommen maßgeschneiderte Umgebung für die Redakteure zu schaffen. Das ist ideal, wenn (wie in unserem Beispiel) eine große Anzahl von Redakteuren jeweils für einen kleinen Teil der Website verantwortlich ist.
Rufen Sie uns einfach an; wir besprechen gern Ihren speziellen Anwendungsfall: 089 381576400