TYPO3-Webseiten zentral überwachen

Manchmal weiß man bei Entwicklern nicht so genau, wo der Spieltrieb endet und der praktische Nutzen beginnt. Unser TYPO3-Monitoring ist ein gutes Beispiel dafür.

Schon lange haben wir uns gewünscht, mit einem Blick sehen zu können, ob alle von uns betreuten Webseiten zuverlässig laufen. 

Natürlich erhalten wir automatisierte E-Mails, sobald etwas schiefläuft. Man weiß dann: Solange KEINE Fehlermeldungen eintrifft, ist alles in Ordnung.

Außer vielleicht…: Der E-Mail-Server ist down. Ein Kollege hat versehentlich Meldungen gelöscht. Man hat längere Zeit nicht in den Posteingang geschaut. 

Je länger man darüber nachdenkt, desto unsicherer erscheint die Fehlermeldungs-Methode. 

Wie lässt sich der TYPO3-Scheduler überwachen?

Ein zweites, schwierigeres Problem kommt hinzu: In fast allen TYPO3-Webseiten laufen sogenannte “Scheduler-Jobs”. Das sind automatisierte Aufgaben, die zu bestimmten Zeiten ausgeführt werden. 

Für diese Aufgaben braucht es eine externe Uhr (Cronjob), die in regelmäßigen Abständen den TYPO3-Scheduler aufweckt. TYPO3 alleine kann das nicht, weil es ja nur startet, wenn jemand die Webseite aufruft. Der Cronjob auf dem Server startet typischerweise alle 5 Minuten den Scheduler. Dieser kann dann wiederum die jeweils anstehenden Aufgaben erledigen. 

Typische Aufgaben sind z. B. die Bereinigung der Datenbank, das Importieren von täglichen Listen, die Neuberechnung des Seiten-Caches usw. 

Wie aber erfahren wir, ob der Scheduler noch läuft?

Die erste, spontane Möglichkeit: Wir lassen uns bei jedem Durchlauf eine E-Mail zusenden. Haha! Kurz gelacht. Bei einem Fünf-Minuten-Intervall und mehreren Installationen würde das Postfach innerhalb kürzester Zeit überlaufen.

Die zweite Möglichkeit: Einmal am Tag lassen wir uns von jeder Installation eine Nachricht vom Scheduler zusenden. Dann finden wir also jeden Morgen von allen betreuten Websites Erfolgsnachrichten vor. 

Aber wie bemerken wir dann, wenn eine der Instanzen ausfällt?

Schön wäre es, wenn sich die defekte Maschine von selbst meldet. Aber das kann sie ersichtlicherweise nicht.

Zentrales Monitoring mit einer TYPO3-Extension

Die einzige Lösung: Wir brauchen einen unabhängigen Server, der die angeschlossenen Installationen kontrolliert. Nur so können wir direkt sehen, wenn es Ausfälle gibt. 

Zu diesem Zweck haben wir eine spezielle TYPO3-Extension entwickelt, mit der man gezielt einzelne Daten aus der Installation nach außen freigeben kann. Wenn man den Zugangscode kennt, kann man von außen, über eine API, die freigegebenen Daten abfragen. 

Zu diesen Daten gehört zum Beispiel der letzte Zeitpunkt, zu dem der Scheduler durch die externe Uhr geweckt wurde. Wenn der Zeitpunkt zu lange her ist, dann stimmt etwas nicht: Irgendetwas auf dem Server wurde geändert, die Uhr ist ausgefallen, ein menschlicher Eingriff wird nötig.

Im Fehlerfall springt dann die Anzeige auf Rot. Unübersehbar für jeden, der im Büro arbeitet. 

Mit einem Blick sieht man auch die primäre Ursache des Fehlers. Das ist wichtig, denn eine nicht mehr erreichbare Website erfordert eine viel schnellere Reaktion als ein kaputter Scheduler.

Der Vorteil für unserer Kunden ist offensichtlich: Störungen werden nicht erst entdeckt, wenn Besucher sie melden. Wir können Probleme frühzeitig erkennen, Ursachen schneller eingrenzen und Ausfallzeiten möglichst kurz halten.

Störungen und Sicherheitsrisiken frühzeitig erkennen

Mit Bedacht haben wir die Monitoring-Extension so ausgelegt, dass sie leicht um weitere Datenfelder erweitert werden kann. 

So könnten in Zukunft noch viele weitere Parameter hinzukommen, die Aspekte des sicheren Betriebs abdecken. Die Möglichkeiten dazu sind nahezu unbegrenzt. 

Wollen wir uns warnen lassen, wenn jemand einen User mit dem Namen “admin” anlegt? Warum nicht? So lässt sich zumindest ein unnötiges Sicherheitsrisiko frühzeitig erkennen.

Wollen wir eine Warnung, wenn die zentrale “index.php”-Datei geändert wurde? Vielleicht ja. Das passiert zwar fast nie, aber wenn, könnte es möglicherweise ein Hacker-Angriff sein. 

Wollen wir eine Warnung, wenn zu viele Login-Versuche fehl schlagen? Vielleicht ja. Dann sind es entweder externe Attacken, die wir nicht ändern können. Oder irgendein berechtigter Nutzer hat sein Passwort vergessen. Dann ist es nett, wenn wir zum Hörer greifen und ihn beim Login unterstützen. 

TYPO3-Monitoring für einen zuverlässigen Betrieb

Seitdem unser neues Spielzeug läuft, haben wir uns jedenfalls schnell daran gewöhnt, das der kurze Blick an die Monitor-Wand immer eine beruhigende grüne Fläche zeigen muss. Dann wissen wir: alle Systeme laufen, alles im grünen Bereich! 

Häufige Fragen zum TYPO3-Monitoring

TYPO3-Monitoring bezeichnet die kontinuierliche Überwachung einer TYPO3-Website und ihrer technischen Prozesse. Dabei wird nicht nur geprüft, ob die Website erreichbar ist, sondern auch, ob die Antwort schnell genug erfolgt und ob wichtige Hintergrundaufgaben zuverlässig funktionieren.

Eine Website kann erreichbar sein, obwohl im Hintergrund bereits Probleme bestehen. So können etwa Scheduler-Jobs ausfallen, Importe nicht mehr ausgeführt werden oder Caches nicht wie vorgesehen aktualisiert werden. Ein umfassendes Monitoring prüft deshalb neben der Erreichbarkeit auch zentrale technische Abläufe.

Ein zentrales Monitoring schafft einen schnellen Überblick über mehrere TYPO3-Websites. Störungen lassen sich früher erkennen, Ursachen schneller eingrenzen und Ausfallzeiten reduzieren. Man erkennt übergreifende Fehler und kann systematische Fehler gleich in mehreren Installationen parallel beheben. Besonders für Agenturen und Unternehmen mit mehreren Installationen ist eine gemeinsame Übersicht wesentlich effizienter als die Kontrolle einzelner Systeme.

Im Prinzip können alle relevanten Daten überwacht werder: Neben Erreichbarkeit der Website und dem Status des Schedulers können je nach Konfiguration weitere technische Informationen überwacht werden. Dazu zählen beispielsweise fehlgeschlagene Login-Versuche, Änderungen an zentralen Dateien, ungewöhnliche Benutzerkonten, Zertifikatslaufzeiten oder individuelle projektspezifische Prüfwerte.

Nein. Zunächst wird innerhalb jeder Website selbst festgelegt, welche Daten exponiert werden sollen. Das sind in der Regel nur technische Statusdaten. Personenbezogene Inhalte, redaktionelle Daten oder vertrauliche Informationen sind für die Überwachung in der Regel nicht erforderlich. Zum zweiten ist der Zugriff auf die Schnittstelle zusätzlich durch einen Zugangscode geschützt.

Nein. Monitoring erkennt Störungen und auffällige Zustände, ersetzt aber weder Sicherheitsupdates noch Backups oder die technische Wartung einer TYPO3-Installation. Den größten Nutzen bietet es als Bestandteil eines umfassenden Betriebs- und Wartungskonzepts.

TYPO3-Monitoring eignet sich für Unternehmen, Organisationen und Agenturen, deren Websites zuverlässig erreichbar sein und automatisierte Prozesse sicher ausführen müssen. Besonders sinnvoll ist es bei mehreren TYPO3-Installationen, geschäftskritischen Websites oder regelmäßig laufenden Import- und Schnittstellenprozessen.


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