TYPO3 Backend richtig konfigurieren
“TYPO3 ist viel zu kompliziert” finden manche Redakteure - und manchmal haben sie damit sogar Recht.
Das Backend von TYPO3 kann kompliziert sein. Ein Administrator zum Beispiel hat Zugriff auf so viele Funktionen, dass man einige Erfahrung braucht, alle zu kennen.
Aber für den normalen Redakteur kann das Backend von TYPO3 sehr einfach sein. So einfach, dass das Backend selbsterklärend wird.
Wie die wichtigsten Schritte dazu sind, das wollen wir in diesem Blog-Beitrag darstellen.
TYPO3 Backend-Usergroups nutzen
Der erste Schritt, das Backend für die Redakteure übersichtlich zu gestalten, ist die Nutzung der Backend User Groups.
Grundregel ist: Kein Nutzer bekommt spezielle Rechte, sondern alle Rechte werden über Nutzergruppen verwaltet.
Wie man die User-Groups gestaltet, dafür gibt es viele verschiedene Ansätze. Wir nutzen z.B. ein zweistufiges System, in dem Rechte, Datenbank-Zugriffspunkte und Filesystem-Zugriffspunkte in eigene Gruppen ausgegliedert sind und dann in einer “Meta”-Gruppe gebündelt werden. Diese “Meta”-Gruppe enthält alles, was zur Konfiguration eines Nutzers gehört.
Das hat den Vorteil, dass selbst bei einer großen Anzahl von Nutzern im System nur eine kleine Anzahl von Nutzergruppen eingerichtet werden muss. Nur so lässt sich ein einheitliches Erscheinungsbild des TYPO3-Backends gewährleisten.
Nicht benötigte Module ausschalten
Der wichtigste Schritt für ein übersichtliches Backend ist es, nur die passenden Module im Backend zu erlauben. Im einfachsten Fall reicht ein Zugriff auf die Module “Page” ("Layout") und “Filelist” ("Media"). Wenn der Redakteur nur für einen kleinen Abschnitt der Seite zuständig ist, z.B. das Einpflegen der News, reichen diese beiden Module schon fast aus.
Nur die richtigen Content-Elemente erlauben
Die von TYPO3 zur Verfügung gestellten Content-Elemente sind zahlreich und überfordern die meisten Redakteure. Hier ist es wichtig, die Auswahl auf diejenigen zu beschränken, die auf der jeweiligen Seite auch gebraucht werden.
Zwei Möglichkeiten gibt es, die nicht benötigten Elemente auszublenden:
- in den Backend-Usergroups
- im Page TSconfig.
Welches der richtige Weg ist, hängt vom jeweiligen Fall ab. Das Ausblenden in den Backend-Usergroups geht schnell und man kann für jede Usergroup andere Content-Elemente zugänglich machen. Ein beliebter Fallstrick aber bleibt: Diese Ausblendungen gelten nicht für Administratoren!
Ein Administrator kann also leicht Content-Elemente verwenden, die für diese Installation gar nicht vorgesehen sind. Der Redakteur sieht sie dann im Backend, kann sie aber nicht bearbeiten.
Im Gegensatz dazu gelten die Einschränkungen im Page TSconfig sowohl für Admins wie Redakteure. Hier kann auch der Admin nicht versehentlich auf unkonfigurierte Content-Elemente zurück greifen.
Im Page TSconfig sieht dieselbe Konfiguration so aus. Sie gilt für alle Redakteure und alle Admins gleichermaßen.
TCEFORM {
tt_content {
CType {
keepItems = textpic
}
}
}
Ergebnis ist in beiden Fällen die einfachste vorstellbare Auswahl-Maske, wenn man ein neues Content-Element anlegen möchte: Es ist nur noch ein Element zu sehen.
Content-Elemente nur erlauben, wo sie Sinn machen
Oft genug gibt es Content-Elemente, die für einen speziellen Einsatzzweck gebaut wurden: Ein großes Aufmacherbild zum Beispiel, eine mehrspaltige Aufteilung, eine Card-Group mit vier nebeneinander liegenden Karten.
Diese Elemente machen zum Beispiel keinen Sinn, wenn sie in schmalen Seitenspalten verwendet werden. Man darf sie nicht in beliebige Stellen einfügen. Ganz ausblenden, wie oben beschrieben, können wir sie aber auch nicht. Wir wollen sie nur unter bestimmten Bedingungen blockieren.
Hier kommt die Extension “content_defender” ins Spiel: Sie erweitert TYPO3 um die Möglichkeit, ausgesuchte Content-Elemente nur an bestimmten Stellen zuzulassen.
Ist das entsprechend konfiguriert, so lassen sich zum Beispiel in besonderen Bereichen der Website (z.B. einem Header-Bereich) nur die dafür geeigneten Content-Elemente auswählen.
columns {
1 {
name = Column with header and textmedia elements
colPos = 3
colspan = 6
allowed {
CType = header, textmedia
}
}
}
Derselbe Mechanismus greift auch innerhalb von Container-Elementen. So kann man verhindern, dass Redakteure mehrspaltige Container-Elemente ineinander schachteln, bis die Spaltenbreite viel zu klein wird und das Layout bricht.
Backend Preview für eigene Content-Elemente
Verwendet man die seit der Version 13 eingeführten "Content-Blocks" so lassen sich mit wenig Aufwand auch für eigene Content-Elemente spezielle Voransichten erstellen, mit denen der Redakteur schon im Backend mit einem Blick sehen kann, was sich hinter dem Element verbirgt.
Das ist ein großer Fortschritt gegenüber früher, weil es die Einstiegshürde deutlich gesenkt hat. Man kann die Darstellung aus dem Frontend vereinfacht übernehmen und bekommt mit wenig Aufwand ein gutes Ergebnis.
Noch viele weitere Möglichkeiten
Dieser Überblick zeigt nur einen Teil der Möglichkeiten: jene, die einfach umzusetzen sind und die den größten Effekt haben.
Wer darüber hinaus Aufwand investieren möchte, ist in der Lage, das Erscheinungsbild des Backends in sehr weiten Grenzen anzupassen und weiter zu vereinfachen: Ein gutes Backend ist am Ende selbsterklärend.
Kontaktieren Sie uns
Wenn Ihnen Ihr altes TYPO3 zu kompliziert vorkommt, rufen Sie uns gerne an. Wir überlegen gerne, mit welchen Maßnahmen man die Situation verbessern kann. Bei uns sprechen Sie am Telefon mit echten Experten und nicht mit einer KI: 089 38 15 76 400